Nachrichten Juli 2021

Mehrmonatige Ausbildung: Die Jungen und Mädchen sind für andere da.

GUNZENHAUSEN - Sieben Mädchen und sechs Jungen der Stephani-Mittelschule und der Altmühlfranken-Schule wurden zu Streitschlichtern ernannt. Sie hatten zuvor eine mehrmonatige Ausbildung durchlaufen und sogar einen kleinen Test schreiben müssen. Künftig stehen sie in den Pausen als Ansprechpartner für die übrigen Schüler zur Verfügung, wenn Aggressivität in der Luft liegt.

Frei und unbekümmert ließen die beiden Streitschlichter Anna Zakaryan und Arianit Blanka die mehrmonatige Ausbildung Revue passieren, die in den Händen von Sozialpädagoge Thomas Pfaffinger vom Diakonischen Werk und Denise Meyer vom Landratsamt lag. Die Corona-Pandemie erschwerte die Ausbildung. Traf man sich 2020 in den Monaten September, Oktober, November jeweils dienstags zum gemeinsamen praktischen Erlernen und zu vielen Ausbildungsstunden, so ging es in den Monaten danach in den Distanzunterricht.

Lediglich an zwei Seminarwochenenden kam man auf dem Gelände des Jugendzentrums (JUZ) zusammen. Hier gab Thomas Pfaffinger und Denise Meyer in Arbeitsgruppen Tipps und Anregungen, die zum Lösen von Konflikten und Streit gezielt beitragen können. Auch kam die Geselligkeit nicht zu kurz, die unter dem Motto „Zusammenarbeit“ stand. Am Ende der Ausbildung wurden die „Neulinge“ einer Theorie- und Praxisprüfung unterzogen. Ein Dankeschön richteten Anna Zakaryan und Arianit Blakaj an Bäckermeister Udo Kleeberger, weil er an den Seminartagen für das leibliche Wohl sorgte.

„Besondere Schüler und Schülerinnen“

„Ihr seid besondere Schüler und Schülerinnen, die sich ehrenamtlich für andere einsetzen“, waren die lobenden und anerkennenden Worte von Rektorin Sandra Wißgott. Dabei hätten die Jugendlichen viel Freizeit investiert. Auch von Bürgermeister Karl-Heinz Fitz, zugleich Vorsitzender des Fördervereins der Stephani-Grund- und Mittelschule, kamen anerkennende Worte für die Jugendlichen. Seit sieben Jahren sind an der Schule Streitschlichter im Einsatz, die so mit dem Lösen von Streit und Konflikten vertraut sind. Fitz ist der Überzeugung, dass Erfahrung und Wissen aus diesem Ehrenamt „das weitere Leben der Jugendlichen mitprägen.

Geschäftsführer Martin Ruffertshöfer vom Diakonischen Werk erinnerte daran, dass es seit dem biblischen Bruderzwist von Kain und Abel Streitigkeiten gibt. Das gelte für ganze Völker wie für einzelne Familien. Den Jugendlichen bescheinigte Ruffertshöfer Courage. Es gelte, Spannungen und Konflikte zu überwinden.

Die Aufgabe der Streitschlichter besteht darin, bei kleineren Streitereien vermittelnd einzugreifen und die Lehrkräfte zu informieren, wenn es gravierendere Vorfälle gibt. Die Jugendlichen jedenfalls freuen sich auf ihre neue Aufgabe und nahmen stolz ihre Urkunden entgegen.

Die neuen Streitschlichter der Stephani-Mittelschule und der Altmühlfranken-Schule sind: Milena Zakaryan, Dana Schmidt (beide 7a, Stephani-Mittelschule), Mia Stache, Lorena Blakaj (beide 7b), Emanuela Spanic, Florian Fritsch, Tim Lastinger, Romy Pfenninger (alle 7cM), Lucas Schuster (8a), Lukas Apfelbacher (8b), Jule Loy (8bM), Brian Renner, Grigory Utz (beide 8. Klasse, Altmühlfranken-Schule). kuhn

Vertreter der beteiligten Schulen, des Diakonischen Werks und der Stadt Gunzenhausen zollten den 13 neuen Streitschlichtern Anerkennung. (Foto: Horst Kuhn)

An der Stephani-Mittelschule Gunzenhausen wurden 14 Jungen und Mädchen auf ihren Dienst als Starthelfer vorbereitet. Die Tutoren übernehmen ab September unter Leitung von Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger die wichtige Aufgabe, die neuen Fünftklässler an der Schule willkommen zu heißen. Hierfür lernten sie in zwei Coachings das nötige Rüstzeug.

„Das Tutorenprogramm ist inzwischen fest an unserer Schule verankert“, erläutert Pfaffinger. Ihm zu folge, tragen die älteren Schüler durch ihr Engagement zu einer positiven Atmosphäre und einem guten Miteinander bei. Zum Start ins neue Schuljahr wird es Kennenlernspiele, eine Schulhaus-Rallye sowie wöchentliche Aktionen für die fünften Klassen geben.

Im Garten des Jugendzentrums traf sich die Gruppe nun, um für ihren Dienst fit gemacht zu werden. Dabei lernten die Achtklässler verschiedene Spiele kennen, erfuhren theoretische Grundlagen der Spielpädagogik. Sie beschäftigten sich auch damit, wie sie bei der ersten Vorstellung in den Klassen einen möglichst guten Eindruck bei den jüngeren Schülern hinterlassen können. „Viele praktische Elemente lockerten das Coaching auf und machten den Jugendlichen sichtlich Spaß“, schildert Thomas Pfaffinger, der als Mitarbeiter der Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen an der Mittelschule eingesetzt ist. „Wichtig ist das praktische Ausprobieren“. Die Teenager konnten sogleich trainieren, wie sie sich gekonnt und überzeugend den Fünftklässlern präsentieren.

Starthelfer 2021

Zuvor gab es eine „Zeitreise“ unter der Fragestellung: „Wie habt ihr euch gefühlt, als ihr neu an eine Schule gekommen seid?“ Daran anschließend erarbeiteten sich die zukünftigen Tutoren Eigenschaften, die ein guter Starthelfer haben sollte. Zudem hielten sie Ziele fest, die sie für die jüngeren Schülern erreichen möchten und notierten sich erste Ideen für konkrete Aktionen. „Ich möchte, dass sich die Kinder bei uns an der Schule wohl fühlen und keiner allein am Pausenhof stehen muss“, bringt einer der Teilnehmer seine Motivation auf den Punkt. Das Coaching endete mit Aufgabe, dass die Jugendlichen zwei Spielaktionen vorbereiten sollten. Diese leiteten sie beim zweiten Treffen eigenständig an und setzten die zuvor gelernten theoretischen Inhalte um. Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger zeigt sich begeistert, dass „die Schüler sehr engagiert bei der Sache waren und eine durchwegs lockere, humorvolle Stimmung herrschte.“ Ab September sind schließlich jeweils fünf bzw. vier Schüler für eine fünfte Klasse zuständig.

Im Rahmen eines 2-tägigen Seminars wurden 13 Jungen und Mädchen der Stephani-Mittelschule und der Altmühlfranken-Schule in Gunzenhausen gezielt auf ihre Tätigkeit als Streitschlichter vorbereitet. Auf der Tagesordnung standen beispielsweise „Die fünf Phasen der Schlichtung“, Methoden der Mediation und viele Übungen zur Kooperation. Die Bildungsmaßnahme, die im Garten des Jugendzentrums (JUZ) stattfand, führten Thomas Pfaffinger, Sozialpädagoge bei der Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen, und Denise Mayer, Jugendsozialarbeiterin des Landratsamtes Weißenburg-Gunzenhausen, durch. Unterstützend brachten sich darüber hinaus die aktiven Konfliktlotsen der Schulen mit ein. Eine Spende der Bäckerei Kleeberger versorgte die Teilnehmer mit leckeren Backwaren.

„Die Corona-Pandemie hat den Verlauf der Streitschlichter-Ausbildung in diesem Schuljahr stark durcheinander gewürfelt,“ schildern Pfaffinger und Mayer, die seit vielen Jahren für die Konfliktlotsen zuständig sind. So musste auch das für März geplante Seminar-Wochenende im Schullandheim Heidenheim ausfallen. Umso glücklicher sind die beiden darüber, dass sie nun an zwei Tagen im Garten des JUZ mit den Schülern die Grundlagen der Mediation theoretisch und vor allem praktisch einüben konnten. „Während des Distanzunterrichts wurden die Inhalte über MS Teams vermittelt“, berichtet Pfaffinger. Dies konnte jedoch kein ausreichender Ersatz für praktische Übungen und soziales Miteinander sein. „Gerade bei den Streitschlichtern ist dies von enormer Bedeutung.“ Sämtliche wichtige gruppendynamische Prozesse fielen erstmal ersatzlos weg. „Nichtsdestotrotz sind wir äußerst hoffnungsvoll, gemeinsam mit den Schülern nun die Ausbildung zu einem erfolgreichen Ende bringen zu können“, freut sich Mayer.

Zu Beginn des Seminars machten alle Schüler einen Corona-Selbsttest. „Hierin sind die jungen Menschen inzwischen geübt und regelrechte Profis“, erläutern die Fachkräfte. Anschließend beschäftigten sie sich mit den fünf Phasen einer Schlichtung. Anhand eines fiktiven Falls wurde der Ablauf erarbeitet und eintrainiert. In drei Workshops setzten sich die baldigen Konfliktlotsen schließlich mit Methoden wie dem „Aktiven Zuhören“, der „Freundlichen Beschwerde“ sowie den „Türöffnern“ auseinander. Der Nachmittag stand unter dem Motto „Zusammenarbeit“: Mit der Übung „Das fliegende Ei“ wurden die Schüler hinsichtlich ihrer Kooperation geschult.

Streitschlichterausbildung

Der Schwerpunkt am nächsten Seminartag lag auf der praktischen Anwendung des gelernten Schlichtungssystems mit vier Tafeln. Hier bewies es sich als großer Vorteil, dass einige der aktiven Streitschlichter mit dabei waren. „Die älteren Schüler gaben erfolgreich ihr Wissen und ihre Erfahrungen an ihre Nachfolger weiter“, macht Denise Mayer deutlich. Auch bei den folgenden Workshops „Eingreifen am Pausenhof“, „Methoden der Lösungssuche“ und „Umgang mit schwierigen Schlichtungen“ leisteten die langjährigen Konfliktlotsen wertvolle Unterstützung.

Eine „Seminar-Rallye“ stand schließlich am Nachmittag an: Nur durch gute Zusammenarbeit konnten die verschiedenen Aufgaben und Fragen bei einem Spaziergang durch Gunzenhausen bearbeitet werden. „Uns war wichtig, nicht nur den Kopf zu fordern, sondern durch Aktivität und Bewegung die nötige Abwechslung zu bieten,“ fasst Thomas Pfaffinger zusammen.

Abschließend wurde noch gemeinsam ein Fazit zum „kleinen Seminar-Wochenende“ gezogen. Die Rückmeldungen der Schüler machten deutlich, dass sie viel Neues gelernt haben, aber ihnen vor allem die Gemeinschaftserlebnisse sehr guttaten.

In den nächsten Tagen gilt es, das theoretische Wissen und die praktischen Kenntnisse bei den anstehenden Prüfungen zum Streitschlichter unter Beweis zu stellen. „Wir sind guter Dinge, dass wir zum neuen Schuljahr fitte und motivierte neue Streitschlichter haben“, zeigen sich Pfaffinger und Mayer abschließend positiv gestimmt.

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