Nachrichten 2018

Kooperations-Projekt stärkt die Gemeinschaft und verzaubert große und kleine Schüler der Stephani Grund- und Mittelschule in Gunzenhausen  

Dass keiner gemein ist - so lautet der größte Weihnachtswunsch einer Schülerin aus der zweiten Klasse der Stephani-Grundschule in Gunzenhausen. Sie hat diesen Wunsch auf einen Stern aus gelbem Papier geschrieben und ihn auf den großen Wunschzettel der Stephani- Schule geklebt. Der Stern ist dort nicht allein. Viele Wünsche wurden in den vergangen Tagen im Rahmen der diesjährigen Weihnachtswerkstatt von den Kindern bereits dort verewigt. Von Gesundheit und Glück ist zu lesen, vom Wunsch nach einer kleinen Schwester oder nach einem großen Porsche.

Aber der Reihe nach. Als die ersten Kinder mit erwartungsvoll strahlenden Augen die stimmungsvoll geschmückten Räume der Weihnachtswerkstatt betreten, liegen arbeitsreiche Wochen hinter Nicole Schierig und ihren Kolleginnen Carina Reichel und Fiona Schmidt. Bis zuletzt haben die drei Förderlehrerinnen am pädagogischen Konzept gefeilt und natürlich wurde jede einzelne Station der Weihnachtswerkstatt liebevoll ausgestaltet. Alles ist darauf ausgerichtet, den Zusammenhalt zwischen den Schülern zu stärken, so dass für jeden erkennbar wird, dass eine starke Gemeinschaft immer ein Fundament für die Entwicklung eigener Stärken sein kann. Das Besondere dabei- an jeder der fünf Stationen werden die Grundschüler von Schülerinnen und Schülern der Klassen 7a und 7b der Stephani-Mittelschule betreut und tatkräftig unterstützt.

„Die Großen sind mit viel Freude und Motivation bei der Sache und es ist schön zu sehen, wie gut Groß und Klein miteinander harmonieren“,  freut sich Nicole Schierig, die das kooperative Konzept der Weihnachtswerkstatt entwickelt hat.

Und so werden die Grundschulklassen noch bis zu den Weihnachtsferien nach und nach mit einem geheimnisvollen Brief aus einem riesigen, goldfarbenen Umschlag vom Weihnachtsengel dazu eingeladen, ein paar zauberhafte Stunden in der Weihnachtswerkstatt zu verbringen. Die Spannung steigt, wenn die Kinder einer Spur aus glitzernden Schneekristallen bis hin zur Weihnachtswerkstatt im oberen Geschoss des Schulhauses folgen. Dort angekommen, warten kreative Stationen, an denen sich die Kinder mit lieben Worten beschenken, selbst gebackene Pop-Cakes mit Schokolade verzieren,  Weihnachtsschmuck basteln und gemeinsam musizieren. Bei der Lösung des Weihnachtsrätsels rauchen die Köpfe, aber dann wird klar- Gemeinsam sind wir stark!

Übrigens trifft das auch auf die ganz Großen zu, lacht Nicole Schierig und dankt dabei besonders den Leiterinnen der Klassen 7a und 7b, Stefanie Pitzer und Claudia Walch, den beiden Schulleiterinnen der Stephani Grund- und Mittelschule, Alrun Schwarz (Grundschule) und Sandra Wißgott (Mittelschule), Sonja Lugert, Annemarie Mayer und allen Beteiligten, die dieses Kooperations-Projekt durch ihre tatkräftige Unterstützung mit Leben erfüllt haben.

Für die Kinder steht fest- der Tag in der Weihnachtswerkstatt ist ein tolles Erlebnis und hat vielleicht ein kleines Stück dazu beigetragen, dass ein Wunsch schon heute in Erfüllung gegangen ist …

Der Weihnachtsengel

In der Aula der Stephani-Schule versammelten sich am Donnerstag, den 22. November 2018, etwa 180 Grund- und Mittelschüler. Nachdem der Coburger Jürgen Piller seinen Werdegang und die alte Kunst der Glasbläserei kurz vorgestellt hat, verfolgten die Schüler auch schon gespannt und mit großem Interesse, wie er mit Leichtigkeit das erste Kunstwerk aus Glas fertigte.

Er modellierte im weiteren Verlauf verschiedene Glasfiguren (Vase, Christbaumspitze, …) und stellte u.a. die „Coburger Teufelchen“ auf unterhaltsame Weise zur Schau. Die Schüler wissen nun, woraus und wie Glasfiguren hergestellt werden. Manche haben zudem nach Unterrichtsschluss ein Erinnerungsstück erworben – nicht zuletzt steht schon bald Weihnachten vor der Tür.

Schüler der Stephani-Mittelschule Gunzenhausen und der Altmühlfranken-Schule Weißenburg-Gunzenhausen konnten in den Bavaria Filmstudios in München Filmluft schnuppern: Die Jungen und Mädchen nahmen dort an dem Workshop „Filmendes Klassenzimmer“ teil, schlüpften in die Rollen von Schauspielern und kümmerten sich um die Technik am Set. Initiiert wurde der Ausflug von den Jugendsozialarbeitern Veronika Schmalz, Carola Schmidt (Landratsamt) und Thomas Pfaffinger (Diakonie), eine Zuwendung des Vereins Präventionsweiser ermöglichte die Fahrt. Vorab durchliefen die Schüler das Projekt „Bloßgestellt im Netz“, bei dem sie sich unter anderem ausgiebig mit der Datensicherheit auf Smartphones oder Laptops auseinandergesetzt hatten (wir berichteten) und den anschließenden Drehbuch-Wettbewerb für sich entscheiden konnten.

Für die siegreichen Klassen – die 8a der Stephani-Schule, die 7b der Altmühlfranken-Schule in Weißenburg und deren 8. Klasse aus Gunzenhausen – stand ein arbeits- aber vor allem erlebnisreicher Tag in München an. Im Gepäck hatten die Schüler und ihre Klassenlehrer die selbst geschriebenen Drehbücher. In einem ersten Schritt wurden diese Stories vor Ort durch den Regisseur hinsichtlich ihrer Filmbarkeit bewertet und gemeinsam nötige Anpassungen vorgenommen. Schließlich war es das große Ziel, am Ende des langen Tages zwei Filme im Kasten zu haben – bis dahin war jedoch noch einiges zu tun. Zuvörderst galt es, die Rollen der Schauspieler festzulegen. Auch die Jungen und Mädchen hinter der Kamera wurden bestimmt. Sie kümmerten sich als Ton- und Kamera-Assistenten um einen reibungslosen Ablauf des Drehs.  

Anschließend wurden die Jugendlichen noch in die passenden Outfits als Sanitäter, Polizist oder Lehrer gesteckt. Die Dreharbeiten konnten beginnen. Dabei war es wichtig, dass alle Ruhe und Disziplin an den Tag legten. Schnell wurde klar, dass die Arbeit beim Film kein Zuckerschlecken ist, sondern von jedem Konzentration sowie Durchhaltevermögen erfordert. Insbesondere war Geduld nötig, wenn eine Szene mehrmals gespielt werden musste. Bei „Und bitte!“ mussten die Jungen und Mädchen soweit in ihre Rollen geschlüpft sein, dass sie vor der Kamera überzeugen konnten. Der Film „Krankenhausreif“ erzählt beispielsweise eindrücklich die Geschichte eines Jugendlichen, der Opfer einer Schlägerei auf dem Pausenhof wird. Zu allem Übel filmen dies einige seiner Mitschüler und stellen dies bei Facebook online. Rasch entwickelt sich ein regelrechter Shitstorm und der Jugendliche, der im Krankenhaus liegt, wird auf seinem Smartphone weiter fertig gemacht. Schließlich tritt ihm eine Freundin zur Seite, die ihm einen Ausweg aus der Situation aufzeigt.

Nachdem die letzte Szene der mehr als dreistündigen Dreharbeiten im Kasten war, ging es für alle in eine wohlverdiente Mittagspause. Im Anschluss erwartete die Teilnehmer schon ein Guide, der ihnen bei einer Führung die Geschichte der Bavaria Filmstadt näher brachte. Neben Filmklassikern wie „Das Boot“ faszinierte die Teenager und ihre Begleitpersonen vor allem das Klassenzimmer aus „Fack ju Göhte“. Bevor die Premiere der beiden eigenen Filme anstand, ging es noch ins 4D-Kino. Schließlich war es soweit: „Mika“ und „Krankenhausreif“ flimmerten über die Leinwand. Neben viel Heiterkeit – es ist erstmals etwas befremdlich sich selbst im Film zu sehen - erfüllten die Werke die Schüler vor allem mit Stolz auf das Erreichte. Der abschließende große Applaus bereitete nicht nur den Lehrkräften und Sozialpädagogen eine Gänsehaut, sondern untermauerte die Nachhaltigkeit des gesamten diesjährigen Medienprojektes „Bloßgestellt im Netz“.

Zehn Jungen und Mädchen der Abschlussklassen sorgten als Starthelfer an der Stephani-Mittelschule Gunzenhausen dafür, dass die neuen Fünftklässler gut an der Schule ankommen konnten. Die Jugendlichen führten gemeinsam mit Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger (Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen) Kennenlern-Spiele, eine Schulhaus-Rallye sowie verschiedene wöchentliche Aktionen für ihre Klassen durch. Die hiesige Streetworkerin Katharina Meister begleitete einige der Aktionen, die nun mit einem Besuch des Kinos in Gunzenhausen einen gelungenen Abschluss fanden.

„Smallfoot“ hieß der Film, den gut fünfzig Kinder und Teenager schließlich zusammen im Movie World Gunzenhausen bei einer Extra-Vorstellung zusammen anschauten. Finanziell ermöglicht wurden diese gemeinschaftsstiftenden Aktionen durch einen Zuschuss des Fördervereins der Stephani-Schule. In den vergangenen Wochen ging es für die Fünftklässler mit ihren Starthelfern in die Spieloase Jola, zu Minigolf-Turnieren an den Altmühlsee oder auf Schnitzeljagd quer durch Gunzenhausen. „Besonders die Schnitzeljagden waren Highlights für die Großen wie Kleinen“, wissen Pfaffinger und Meister zu berichten. „Ganz ohne Smartphones und technische Spielereien haben gerade diese Aktionen einen riesen Spaß gemacht.“ Die Fünft- sowie Acht- und Neuntklässler lernten sich hier abseits des Schulalltags kennen, konnten sich austauschen und neue Freunde finden. Zudem wurden die älteren Schüler so zu wichtigen Ansprechpersonen und Vorbildern für ihre Schützlinge. Die Tutoren hatten noch einige weitere attraktive Aktivitäten vorbereitet: Ein gesundes Frühstück zum Start in den Schultag, Kochen und Backen im städtischen Jugendzentrum, Sport- und Spielenachmittage in der Turnhalle oder ein Besuch des Hallenbads standen auf dem Programm.

Von ihrer Tätigkeit profitieren die Teenager enorm. Sie erhielten ein Übungsfeld für soziale Berufe, waren gefordert, im Team zusammenzuarbeiten und konnten sich organisatorisches Geschick aneignen. „Die diesjährigen Starthelfer waren überaus engagiert und motiviert“, zieht Thomas Pfaffinger sein Fazit. Zwar lief nicht immer alles rund, die Teams mussten sich erstmals zusammenfinden und an ihren Absprachen arbeiten. Doch gerade diese Lernprozesse in einem geschützten sozialen Rahmen sind für die beiden Sozialpädagogen der Diakonie enorm wichtig: „Die Jungen und Mädchen bewiesen Durchhaltevermögen, mussten sich auch mal gegenseitig kritisieren und konnten so letztlichen an ihren Aufgaben wachsen.“

Teilnehmer am Bewerbungstraining 2018
Teilnehmer am Bewerbungstraining 2018

Am Donnerstag, 25. Oktober 2018, fand an der Stephani-Mittelschule Gunzenhausen wieder das Planspiel „Bewerbungsgespräche“ für 63 Schüler der 9. und 10 Jahrgangsstufen statt.

Ziel dieses Projektes war, dass Mitarbeiter von 21 regional ansässiger Firmen aus Ihrer beruflichen Erfahrung heraus den Schülern wichtige Hinweise zum Verhalten bei Bewerbungs- und Vorstellungsgesprächen gaben. Mit Zeugnis, Bewerbungsschreiben und Lebenslauf ausgerüstet traten die Schüler zum Vorstellungsgespräch an. Dazu wurden mehrere Klassenzimmer zu Personalbüros umfunktioniert. Nach der Simulation bekamen die Schüler eine kurze Rückmeldung und Verbesserungsvorschläge. Tipps von Experten zu Formulierungen im Bewerbungsschreiben, zu Kleidung und Frisur, zum Redeverhalten und zu höflichen Umgangsformen konnten für unsere Schüler eine sehr wertvolle Hilfe zu einem erfolgreichen Start in das Berufsleben sein. Die beteiligten Firmen:

Buchhandlung Schrenk
Pressmetall Gunzenhausen GmbH
RFPlastGmbH
Raiffeisenbank Weißenburg-Gunzenhausen
Verpa Folie Gunzenhausen GmbH
Hetzner Online GmbH
Stadtverwaltung Gunzenhausen
Ev. Kindergarten St. Johannis
Heizomat
Schaeffler Technologies AG u. Co. KG
Stiftung Hensoltshöhe
Bäckerei Kleeberger
Rema Fügetechnik GmbH
AOK Mittelfranken
Agentur für Arbeit
Sanmina - SCI Germany GmbH
Altenpflegeschule Neumarkt
Buchhandlung Fischer
Kinder und Jugendhilfe Bezzelhaus e.V
Bayer. Landespolizei
Einstellungsberatung
Strandhotel Seehof

Ein herzlicher Dank ergeht an alle beteiligten Firmen und deren Mitarbeiter sowie an unsere Kolleginnen Frau Wist und Frau Drütschel als Hauptorganisatorinnen dieses Projekts.

Sandra Wißgott, Rektorin

Schülerlotsen 2018/19
Neu ernannte Schülerlotsen im Schuljahr 2018/19

Auch im Schuljahr 2018/19 haben sich wieder Schüler der Stephani-Mittelschule der Ausbildung zu Schülerlotsen unterzogen. Insgesamt acht Schüler aus den Klassen 7b und 7cM konnten zu neuen Schülerlotsen ernannt werden. Ein herzlicher Dank für dieses besondere Engament zum Wohle der Mitschüler!

Die Schülersprecher im Schuljahr 2018/19
Die Schülersprecher im Schuljahr 2018/19

Demokratie und deren Prozesse konnten die Schüler der Stephani-Mittelschule Gunzenhausen in den vergangenen Tagen hautnah erleben: Die für die Schülermitverantwortung (SMV) zuständige Lehrerin Dunja Grünbaum hatte mit Unterstützung von Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger (Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen) zur Wahl aufgerufen. In einer Wahlarena, die in der Sport- und Spielhalle stattfand, präsentierten sich schließlich neun Jungen und Mädchen, um Schüler- bzw. Unterstufensprecher zu werden. Als Wahlsieger gingen Peter Ernst (Klasse 9a), Carrie-Ann Huber (9a) und Niruban Nimalan (7a) hervor.

 

Die Segelschüler tragen auf ihren Booten stets eine Schwimmweste.
Die Segelschüler tragen auf ihren Booten stets eine Schwimmweste.

Segelunterricht der Stephani–Mittelschule hat begonnen

 

Mit Beginn des neuen Schuljahres startet an der Stephani–Mittelschule Gunzenhausen auch wieder der Segelunterricht. Gleich am ersten Ausbildungsnachmittag steuerten die Segeleinsteiger über den See. Das ist nur in Kooperation mit einem ansässigen Segelverein möglich. Seit vielen Jahren bietet deshalb die Stephani-Schule die Arbeitsgemeinschaft  „Segeln“ in Zusammenarbeit mit der „Wassersportgemeinschaft Altmühl- Brombachsee (WAB)“ in Schlungenhof  an. Diese stellt die Schulungsboote, das Sicherungsboot, die Bojen und vieles andere mehr kostenlos zur Verfügung. Geschult werden die Kinder unter der Anleitung von Segellehrer Horst Hartung auf dem Jüngstensegelboot der Klasse „Optimist“. Die Bootsklasse wird „einhand“, also nur mit einem Steuermann, gefahren. Von Anfang an sind die Segelschüler alleine für ihr Boot verantwortlich und erleben Lernfortschritte direkt und unmittelbar. Die praktische Ausbildung findet auf dem Altmühlsee statt, im Winterhalbjahr geht es zur Theorie in die Schule. Abschließend unterziehen sich die Schüler einer schriftlichen Prüfung, in welcher sie ihre Kenntnisse, beispielsweise Sicherheitsvorschriften, Vorfahrtsregeln oder Manöverkunde unter Beweis stellen müssen. Im Winterhalbjahr stehen zudem noch praktische Schwimmeinheiten im Hallenbad auf dem Programm, zum Beispiel mit Kleidern und Rettungsweste schwimmen. Weiterhin werden die wichtigsten Knoten erlernt und geübt. Im Frühjahr beginnt wieder die Segelpraxis auf dem See, wobei die grundlegenden Manöver wiederholt und gefestigt werden. Als Bestätigung der damit erreichten Qualifikation bekommen die Schüler dann am Ende des Schuljahres ihren sogenannten Jüngstensegelschein. Mit ihrer Anerkennung als Stützpunktschule Segeln besitzt die Gunzenhäuser Stephani-Schule ein echtes Alleinstellungsmerkmal, auf das sie zurecht stolz sein kann: Es ist die einzige Mittelschule in Bayern, die diesen Segelunterricht stundenplanmäßig anbieten kann.