Nachrichten November 2018

In der Aula der Stephani-Schule versammelten sich am Donnerstag, den 22. November 2018, etwa 180 Grund- und Mittelschüler. Nachdem der Coburger Jürgen Piller seinen Werdegang und die alte Kunst der Glasbläserei kurz vorgestellt hat, verfolgten die Schüler auch schon gespannt und mit großem Interesse, wie er mit Leichtigkeit das erste Kunstwerk aus Glas fertigte.

Er modellierte im weiteren Verlauf verschiedene Glasfiguren (Vase, Christbaumspitze, …) und stellte u.a. die „Coburger Teufelchen“ auf unterhaltsame Weise zur Schau. Die Schüler wissen nun, woraus und wie Glasfiguren hergestellt werden. Manche haben zudem nach Unterrichtsschluss ein Erinnerungsstück erworben – nicht zuletzt steht schon bald Weihnachten vor der Tür.

Schüler der Stephani-Mittelschule Gunzenhausen und der Altmühlfranken-Schule Weißenburg-Gunzenhausen konnten in den Bavaria Filmstudios in München Filmluft schnuppern: Die Jungen und Mädchen nahmen dort an dem Workshop „Filmendes Klassenzimmer“ teil, schlüpften in die Rollen von Schauspielern und kümmerten sich um die Technik am Set. Initiiert wurde der Ausflug von den Jugendsozialarbeitern Veronika Schmalz, Carola Schmidt (Landratsamt) und Thomas Pfaffinger (Diakonie), eine Zuwendung des Vereins Präventionsweiser ermöglichte die Fahrt. Vorab durchliefen die Schüler das Projekt „Bloßgestellt im Netz“, bei dem sie sich unter anderem ausgiebig mit der Datensicherheit auf Smartphones oder Laptops auseinandergesetzt hatten (wir berichteten) und den anschließenden Drehbuch-Wettbewerb für sich entscheiden konnten.

Für die siegreichen Klassen – die 8a der Stephani-Schule, die 7b der Altmühlfranken-Schule in Weißenburg und deren 8. Klasse aus Gunzenhausen – stand ein arbeits- aber vor allem erlebnisreicher Tag in München an. Im Gepäck hatten die Schüler und ihre Klassenlehrer die selbst geschriebenen Drehbücher. In einem ersten Schritt wurden diese Stories vor Ort durch den Regisseur hinsichtlich ihrer Filmbarkeit bewertet und gemeinsam nötige Anpassungen vorgenommen. Schließlich war es das große Ziel, am Ende des langen Tages zwei Filme im Kasten zu haben – bis dahin war jedoch noch einiges zu tun. Zuvörderst galt es, die Rollen der Schauspieler festzulegen. Auch die Jungen und Mädchen hinter der Kamera wurden bestimmt. Sie kümmerten sich als Ton- und Kamera-Assistenten um einen reibungslosen Ablauf des Drehs.  

Anschließend wurden die Jugendlichen noch in die passenden Outfits als Sanitäter, Polizist oder Lehrer gesteckt. Die Dreharbeiten konnten beginnen. Dabei war es wichtig, dass alle Ruhe und Disziplin an den Tag legten. Schnell wurde klar, dass die Arbeit beim Film kein Zuckerschlecken ist, sondern von jedem Konzentration sowie Durchhaltevermögen erfordert. Insbesondere war Geduld nötig, wenn eine Szene mehrmals gespielt werden musste. Bei „Und bitte!“ mussten die Jungen und Mädchen soweit in ihre Rollen geschlüpft sein, dass sie vor der Kamera überzeugen konnten. Der Film „Krankenhausreif“ erzählt beispielsweise eindrücklich die Geschichte eines Jugendlichen, der Opfer einer Schlägerei auf dem Pausenhof wird. Zu allem Übel filmen dies einige seiner Mitschüler und stellen dies bei Facebook online. Rasch entwickelt sich ein regelrechter Shitstorm und der Jugendliche, der im Krankenhaus liegt, wird auf seinem Smartphone weiter fertig gemacht. Schließlich tritt ihm eine Freundin zur Seite, die ihm einen Ausweg aus der Situation aufzeigt.

Nachdem die letzte Szene der mehr als dreistündigen Dreharbeiten im Kasten war, ging es für alle in eine wohlverdiente Mittagspause. Im Anschluss erwartete die Teilnehmer schon ein Guide, der ihnen bei einer Führung die Geschichte der Bavaria Filmstadt näher brachte. Neben Filmklassikern wie „Das Boot“ faszinierte die Teenager und ihre Begleitpersonen vor allem das Klassenzimmer aus „Fack ju Göhte“. Bevor die Premiere der beiden eigenen Filme anstand, ging es noch ins 4D-Kino. Schließlich war es soweit: „Mika“ und „Krankenhausreif“ flimmerten über die Leinwand. Neben viel Heiterkeit – es ist erstmals etwas befremdlich sich selbst im Film zu sehen - erfüllten die Werke die Schüler vor allem mit Stolz auf das Erreichte. Der abschließende große Applaus bereitete nicht nur den Lehrkräften und Sozialpädagogen eine Gänsehaut, sondern untermauerte die Nachhaltigkeit des gesamten diesjährigen Medienprojektes „Bloßgestellt im Netz“.

Zehn Jungen und Mädchen der Abschlussklassen sorgten als Starthelfer an der Stephani-Mittelschule Gunzenhausen dafür, dass die neuen Fünftklässler gut an der Schule ankommen konnten. Die Jugendlichen führten gemeinsam mit Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger (Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen) Kennenlern-Spiele, eine Schulhaus-Rallye sowie verschiedene wöchentliche Aktionen für ihre Klassen durch. Die hiesige Streetworkerin Katharina Meister begleitete einige der Aktionen, die nun mit einem Besuch des Kinos in Gunzenhausen einen gelungenen Abschluss fanden.

„Smallfoot“ hieß der Film, den gut fünfzig Kinder und Teenager schließlich zusammen im Movie World Gunzenhausen bei einer Extra-Vorstellung zusammen anschauten. Finanziell ermöglicht wurden diese gemeinschaftsstiftenden Aktionen durch einen Zuschuss des Fördervereins der Stephani-Schule. In den vergangenen Wochen ging es für die Fünftklässler mit ihren Starthelfern in die Spieloase Jola, zu Minigolf-Turnieren an den Altmühlsee oder auf Schnitzeljagd quer durch Gunzenhausen. „Besonders die Schnitzeljagden waren Highlights für die Großen wie Kleinen“, wissen Pfaffinger und Meister zu berichten. „Ganz ohne Smartphones und technische Spielereien haben gerade diese Aktionen einen riesen Spaß gemacht.“ Die Fünft- sowie Acht- und Neuntklässler lernten sich hier abseits des Schulalltags kennen, konnten sich austauschen und neue Freunde finden. Zudem wurden die älteren Schüler so zu wichtigen Ansprechpersonen und Vorbildern für ihre Schützlinge. Die Tutoren hatten noch einige weitere attraktive Aktivitäten vorbereitet: Ein gesundes Frühstück zum Start in den Schultag, Kochen und Backen im städtischen Jugendzentrum, Sport- und Spielenachmittage in der Turnhalle oder ein Besuch des Hallenbads standen auf dem Programm.

Von ihrer Tätigkeit profitieren die Teenager enorm. Sie erhielten ein Übungsfeld für soziale Berufe, waren gefordert, im Team zusammenzuarbeiten und konnten sich organisatorisches Geschick aneignen. „Die diesjährigen Starthelfer waren überaus engagiert und motiviert“, zieht Thomas Pfaffinger sein Fazit. Zwar lief nicht immer alles rund, die Teams mussten sich erstmals zusammenfinden und an ihren Absprachen arbeiten. Doch gerade diese Lernprozesse in einem geschützten sozialen Rahmen sind für die beiden Sozialpädagogen der Diakonie enorm wichtig: „Die Jungen und Mädchen bewiesen Durchhaltevermögen, mussten sich auch mal gegenseitig kritisieren und konnten so letztlichen an ihren Aufgaben wachsen.“