Nachrichten 2020

Um in Zeiten der COVID-19-Infektionen eine Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, hat unsere Bundesregierung eine sogenannte "AHA-Regel" ausgegeben. Diese steht für Abstand halten, Hände waschen und Alltagsmasken. Nun hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) mitgeteilt, dass die Regel um ein "L" ergänzt werden muss: Somit sei u. a. auch an Schulen regelmäßiges Lüften in allen Unterrichtsräumen, Büros, ... wichtig. Bitte denken Sie als Eltern daran, Ihrem Kind eine dieser Situation angepasste Kleidung für den Schulbesuch mitzugeben. Während das Lüften eine Empfehlung ist, gilt an bayerischen Schulen nach wie vor eine Maskenpflicht auf dem gesamten Schulgelände mit Ausnahme des eigenen Platzes im Klassenzimmer bzw. sonstigem Unterrichtsraum.

An der Stephani-Mittelschule und der Altmühlfranken-Schule in Gunzenhausen sind in diesem Schuljahr 13 Jungen und Mädchen als Streitschlichter tätig. Diese sorgen an den beiden Schulen für ein gewaltfreies Klima und unterstützen auch in Zeiten von Corona ihre Mitschüler bei der Lösung von auftretenden Konflikten. Beim ersten Treffen, das im Garten des Jugendzentrums stattfand, erstellten die Schüler ihre neuen Dienstpläne und setzten sich mit den Hygienemaßnahmen auseinander, die während ihrer Schlichtungen gelten sollten.

Streitschlichter im Schuljahr 2020/21

Zu Beginn des Treffens galt es aber erstmals, Denise Mayer zu begrüßen, die sich als Sozialpädagogin des Landratsamtes Weißenburg-Gunzenhausen an der Altmühlfranken-Schule für die Belange der Schüler einsetzt und sich deren Problemlagen annimmt. Gemeinsam mit Diakonie-Mitarbeiter Thomas Pfaffinger, der seit nunmehr elf Jahren an der Mittelschule tätig ist, ist sie nach einem Arbeitsplatzwechsel wieder für die Ausbildung, Begleitung sowie Anleitung der Konfliktlotsen zuständig.  Die beiden Fachkräfte sind überzeugt vom Konzept der Schüler-Mediation und machen deutlich, „dass den Streitschlichtern eine ganz besondere Chance zukommt, für ein gutes Miteinander in der Schule beizutragen.“ Als Gleichaltrige könnten sie die Problemlagen und Interessen der Streitenden viel besser nachvollziehen, als dies Erwachsenen möglich sei. Die Schlichtungen fänden auf Augenhöhe statt, es gäbe im Regelfall keine Verweise oder Mitteilungen, wenn sich Schüler für eine freiwillige Schlichtung entschieden haben.  

„Wir sind keine Richter, sondern möchten vielmehr mit unseren gelernten Methoden bei der Lösungssuche unterstützen“, machen Arianit Blakaj und Anna Zakaryan deutlich, die als Sprecher der 13-köpfigen Gruppe fungieren. „Nur eine Lösung, die für alle passt, ist eine gute Lösung!“ Arianit und Anna schlossen vor über drei Jahren ihre Ausbildung zum Streitschlichter ab, nachdem sie zuvor gut ein halbes Jahr lang ausgebildet wurden. „Vor allem beim Seminar-Wochenende haben wir eine Menge gelernt und geübt“, berichten die beiden. „Es war schon eine anstrengende Zeit, bis wir endlich fertige Konfliktlotsen waren, aber es hat auch richtig viel Spaß gemacht.“ Von ihrer Tätigkeit profitieren sie nach eigenen Aussagen in vielfältiger Weise: „Wir sind selbstbewusster geworden, regeln auch eigene Konflikte besser als früher und erfahren viel Bestätigung für unseren Dienst – das tut gut!“ Als besonderen Gewinn für ihre Schützlinge sehen Mayer und Pfaffinger zudem den Aufbau neuer Freundschaften. Über mehrere Jahre kommen die Schüler schließlich regelmäßig zusammen, „da lernt man sich schon sehr gut kennen.“ Vor allem die Aufenthalte im Schullandheim Heidenheim und Bildungs- und Tagungszentrum in Pappenheim hätten die Gruppe zusammengeschweißt.

Entsprechend angenehm ist die Atmosphäre beim ersten Treffen im Garten des Jugendzentrums. Während im Schulhaus noch überall Maskenpflicht gilt, können sich die Jungen und Mädchen hier im Freien zumindest ohne Maske begegnen. Auf Abstand wird natürlich weiter geachtet. So überlegt sich die Gruppe schließlich, welche Regeln während ihrer Schlichtungen im Streitschlichter-Zimmer gelten müssen. „Masken und Fenster auf, Hände waschen und am Ende alles desinfizieren“, bringt es der 15-jährige Arianit auf den Punkt.  Die Konfliktlotsen legen schließlich noch ihren Dienstplan für das Schuljahr fest. Für jeden Wochentag sind zwei bzw. drei Schüler eingeteilt, um bei Bedarf am Pausenhof einschreiten und schlichten zu können. Wie wichtig hier ihr Dienst ist, wird sogleich am nächsten Schultag deutlich: Während der Pause gibt es eine körperliche Auseinandersetzung zwischen zwei Jungs, von der Klassenlehrerin werden sie dann zur Klärung des Problems zu den Streitschlichtern geschickt. „Jetzt, wo wieder alle Schüler jeden Tag in der Schule sind, haben wir auf jeden Fall wieder viel mehr zu tun.“

In den ersten beiden Wochen des Schuljahres 2020/21 ordnete das Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus eine Maskenpflicht für alle Personen auf dem gesamten Schulgelände der bayerischen Schulen an. Immer wieder kommt es jedoch vor, dass Masken beschädigt oder verschmutzt werden. Für diesen Fall ist es von Vorteil, wenn Schulen über einen gewissen Vorrat an Ersatzmasken verfügen.

Die Firma Verpa aus Gunzenhausen unterstützt in der Region diverse Schulen, u. a. auch die Stephani-Mittelschule, mit einer großzügigen Maskenspende. Die Masken wurden am 10. September 2020 im Beisein einer Mitarbeiterin von Radio 8 Ansbach unserer Schule übergeben. Das Foto zeigt Mitarbeiter der Firma Verpa mit der Schulleiterin Sandra Wißgott.

Übergabe der Masken durch die Firma VerpaFoto: Chiara Bischoff, Radio 8

An der Stephani-Mittelschule Gunzenhausen üben ab September 15 Schüler als neue Tutoren ihren Dienst aus. Die Jungen und Mädchen wurden seit Ende der Pfingstferien von Sozialpädagogen Thomas Pfaffinger (Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen) auf ihre Tätigkeit als Starthelfer vorbereitet. Dazu trafen sie sich nun abschließend im Garten des Jugendzentrums, um ihr praktisches Können zu zeigen. Die Inhalte der Ausbildung, die aufgrund der Corona-Einschränkungen vorwiegend online vermittelt werden mussten, waren unter anderem der erste Eindruck, verschiedene pädagogische Grundkenntnisse, die Anleitung von Spielen sowie eine Ideensammlung für die Aktionen im neuen Schuljahr.

Lebte die Starthelfer-Ausbildung sonst vom aktiven Ausprobieren verschiedener Spiele, war in diesem Jahr bedingt durch die Corona-Pandemie alles anders. Während der Schulschließung konnten sich interessierte Jungen und Mädchen aus den achten Klassen für den Dienst per E-Mail bewerben. Diese Schüler erhielten schließlich über mehrere Wochen hinweg insgesamt sieben Aufgabenstellungen, die sie in einem bestimmten Zeitrahmen bearbeiten sollten. Selbständiges Arbeiten aber auch Kleingruppenübungen über WhatsApp waren wesentliche Bestandteile. Ergänzt wurde das Online-Coaching durch Arbeitsblätter mit Informationen rund um die verschiedenen Themen. „Die Ausbildung auf diesem Weg verlief äußerst positiv“, freut sich Sozialpädagoge Thomas Pfaffinger. Jedoch bedeutete dies auch einen insgesamt viel größeren zeitlichen Aufwand als sonst. „Der persönliche Austausch sowie das Ausprobieren von Spielen fehlten außerdem eindeutig.“ Dennoch zeigt sich Pfaffinger zuversichtlich, dass die Inhalte auf diesem Weg adäquat vermittelt und von den Schülern erarbeitet werden konnten. Die Achtklässler jedenfalls überraschten den Jugendsozialarbeiter mit ihrer Motivation und Beteiligung positiv. Die Freude war schließlich sehr groß, dass sich alle noch real treffen konnten.

Ab September sind jeweils bis zu sechs Neuntklässler für eine fünfte Klasse zuständig. Sie begleiten diese beim Ankommen an der für sie neuen Schule, führen Kennenlern-Spiele sowie eine Schulhaus-Rallye durch. Außerdem überlegen sie sich wöchentliche Aktionen, planen diese und führen sie eigenverantwortlich durch. Bei der Generalprobe im Garten des Jugendzentrums zeigten die Schüler schon mal ihre Kenntnisse bei einer fiktiven Vorstellungsrunde. Zudem hatten sie verschiedene kontaktlose Spiele vorbereitet, die sie anleiteten. Nach Einschätzung von Thomas Pfaffinger bewältigten sie dies mit Bravour. Die Jungen und Mädchen stellten unter Beweis, „dass sie das Gelernte praktisch super umsetzen können und fit für ihre Tätigkeit sind.“

Starthelfer im Schuljahr 2020/21

Die Fotos zeigen jeweils die Starthelfer-Gruppen mit Sozialpädagogen Thomas Pfaffinger (Fotografin: Daniela Russer)

Chiara Fischer und Lea Krauß wurden nach vier Jahren Tätigkeit als Streitschlichter an der Stephani-Mittelschule aus ihrem Dienst entlassen. Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger von der Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen lobte im Rahmen einer kleinen Abschiedsfeier die beiden Zehntklässlerinnen für langjähriges Engagement. Dabei zitierte er aus deren damaligen Bewerbungen: „ … wenn es schon keinen Frieden auf der Welt gibt, dann wenigstens auf unserer Schule“. Bei diesem Satz huschte ein Lächeln über die Schreiberin, die diesen als Wunsch verfasst hatte, als sie in der 6. Klasse war. Der Weltfrieden ist leider auch heute noch in weiter Ferne, aber die beiden Konfliktlotsinnen konnten tatsächlich eine Menge dazu beitragen, dass ihre Schule gewaltfreier wurde. Für ihr Engagement wurden die beiden mit einem Gutschein für ein Eis essen  gewürdigt. Gemeinsam mit ihren Streitschlichter-Kollegen verbrachten sie daraufhin noch einen gemütlichen und schönen Tag rund um den Altmühlsee. Die Jungen und Mädchen spielten eine Partie Minigolf in Schlungenhof und machten sich dann auf einen Spaziergang zum Erlebnisspielplatz in Wald. Dort erwarteten die Teilnehmer leckere Pizzen, die sie sich gemeinsam schmecken ließen. Daniela Russer vom Jugendzentrum und Jugendmigrationsdienst Gunzenhausen unterstützte die Durchführung der Abschluss-Aktion.

Verabscchiedung der Streitschlichter

Sozialpädagoge Thomas Pfaffinger verabschiedete Chiara Fischer (links) und Lea Krauß (rechts) aus ihrem Dienst als Streitschlichter (Foto: Daniela Russer)

Die Corona-bedingte Sondersituation stellt die gesamte Schulfamilie vor neue und große Herausforderungen. Wir alle verfolgen mit großem Engagement das Ziel, die Schülerinnen und Schüler auch in dieser Zeit bestmöglich pädagogisch zu begleiten. Um die Unterrichtsbeeinträchtigungen abzufangen, können und sollen auch digitale Werkzeuge herangezogen werden, um ortsunabhängig kommunizieren, lernen und arbeiten zu können. Hierfür bietet die Stephani-Mittelschule allen Schülerinnen und Schüler auf freiwilliger Basis den temporären Einsatz von Microsoft Teams for Education an. Der Einsatz von Teams ist auf den Zeitraum der durch die COVID-19-bedingten Unterrichtsbeeinträchtigungen begrenzt, kann und soll aber ggf. im Anschluss daran verlängert werden.

Microsoft Teams for Education

Das System bietet Möglichkeiten zur Intensivierung des Kontakts innerhalb der Schulfamilie und eine noch differenzierte Begleitung des „Lernens zuhause“, insbesondere durch

- Gruppen- und 1:1 - Kommunikation mittels Chat, Telefon- und Videokonferenz,
- Kommunikation via E-Mail unter den Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern,
- Bereitstellung von Dateien in Kursräumen,
- gemeinsame, gleichzeitige Bearbeitung von Dokumenten,
- Nutzung von Office-Programmen sowie
- Stellung und Bearbeitung von (Online-)Aufgaben mit Feedbackfunktionen.

Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht uns Kultus stellt allen weiterführenden Schulen diese Möglichkeit begrenzt für die Zeit von Corona zur Verfügung. Unsere Schule geht hier einen Sonderweg und nimmt die Bereitsstellung über die Firma SBE network solutions GmbH, die bereits als Dienstleister für unser schulinternes Netzwerk arbeitet, vor. Dies hat den Vorteil, dass Microsoft Teams for Education von uns bei Bedarf auch nach der Zeit Corona-bedingte Sondersituation weiter genutzt weren kann.

Ein herzlicher Dank an die Stadt Gunzenhausen als Sachaufwandsträger, der unsere Schule und auch die beiden Grundschulen in diesem Bereich besonders unterstützt.

„Bitte haltet Abstand!“, „Setzt bitte die Masken richtig auf!“ – Sätze, wie diese, gehören derzeit zum täglichen Repertoire von Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger. Seit die ersten Schüler wieder an der Stephani-Mittelschule im sogenannten Präsenzunterricht sind, gilt es das Hygienekonzept umzusetzen. Eine Herausforderung für alle Beteiligten, denn nicht alle Jugendlichen hätten den Ernst der Lage im nötigen Ausmaß erkannt und immer wieder müssten sie auf die nun geltenden Regeln und Einschränkungen hingewiesen werden. „Schule war immer ein Ort der Begegnung, des Miteinanders“, schildert Pfaffinger. Nun müssen ebendiese sozialen Kontakte aufgrund der Corona-Pandemie auf ein Minimum zurückgefahren werden. Deshalb sind vor Ort an der Schule neue Wege und Methoden auch in der Jugendsozialarbeit gefordert.

Noch vor zwei Monaten war das Büro des Sozialpädagogen ein zentraler Anlaufpunkt für die jungen Menschen im Schulalltag. Derzeit finden hier aufgrund der beengten Größe keine Gespräche statt. Bei Bedarf wird auf ein Klassenzimmer ausgewichen, da hier der nötige Abstand gewährleistet ist. Die Erfahrungen der ersten Wochen zeigen aber vielmehr, dass das Gesprächsangebot in Form von Spaziergängen rege genutzt wird. Vor allem nachmittags ist der Jugendsozialarbeiter nun mit den Teenagern im Freien unterwegs, was auch viele Vorteile mit sich bringt: „Die Jugendlichen haben nach den langen Corona-Wochen einen enormen Redebedarf. Die Unterhaltungen beim Spazierengehen sind sehr tiefgehend. Es gibt keine Störungen beim Reden.“ Zudem können gemeinsam besondere Ecken Gunzenhausens entdeckt und erkundet werden. „Inzwischen dürfte ich schon ein paar Mal den Altmühlsee umrundet haben“, erzählt Pfaffinger schmunzelnd. Den Jungen und Mädchen tut es sichtlich gut, sich die Belastungen und Erlebnisse der vergangenen Monate von der Seele zu reden. Der Stillstand hat alle gelähmt, „nun ist umso wichtiger, auch wieder hoffnungsvoll nach vorne zu blicken und Pläne zu schmieden.“ Schließlich stehen Abschlussprüfungen und dann die Aufnahme von Ausbildungen vor der Türe.

Durch gezielte Posts und Veröffentlichungen von Nachrichten in den Sozialen Medien wie WhatsApp und Instagram hat der Jugendsozialarbeiter die jungen Menschen über die Corona-Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten. Oftmals ist es nötig, die Beschränkungen und gesetzlichen Bestimmungen den Jugendlichen zu erklären. „Selbst wir Erwachsenen verlieren hier ja aktuell rasch den Durchblick“, macht Pfaffinger deutlich. Besondere Wege waren zudem bei der Betreuung der Schüler der Deutsch-Klasse nötig: Den Jungen und Mädchen wurde ein Paket mit Schulmaterialien persönlich an die Haustüre gebracht. Ganz viel Kontakt läuft insgesamt über WhatsApp oder Snapchat. „Für die jungen Menschen ist die Online-Kommunikation sowieso Alltag, die mussten sich hier gar nicht groß umstellen.“

Veranstaltungen wie das beliebte Street Soccer-Turnier oder die Lernwoche „Learn 4 Fun“ wurden nun leider aufgrund der Verordnungen abgesagt. Umso mehr ist aktuell Kreativität und Flexibilität gefordert: Zusammen mit seinen Kollegen der Diakonie-Jugendarbeit ist Pfaffinger im regen Austausch und arbeitet an Aktionen wie Online-Fotowettbewerben. Auch die Bewerbungen für die Dienste der Streitschlichter oder Starthelfer (Tutoren) sind auf den Online-Modus umgeschaltet.

Jede neue Woche ist derzeit eine besondere Herausforderung: Nach den Schülern der Abschlussklassen sind seit dieser Woche die Achtklässler vor Ort. Thomas Pfaffinger ist deshalb bereits vor Unterrichtsbeginn in der Aula der Schule präsent und begrüßt die Schüler mit Maske und Sicherheitsabstand. „Die Schüler müssen nach über zwei Monaten erstmals wieder an ihrer Schule ankommen können. Ängste und Unsicherheiten sind vor allem am ersten Schultag bei allen deutlich spürbar.“ In den vergangenen Tagen wird zunehmend die Notbetreuung unter Mitwirkung des Sozialpädagogen an der Schule ausgebaut. Das Telefon im Büro klingelt immer öfters, die Situationen in vielen Familien sind nach der langen Zeit der Ausgangsbeschränkungen doch äußerst angespannt. Zeitnahe Lösungen und Hilfestellungen müssen deshalb geschaffen werden. „Hier kann ich auf ein gutes Netzwerk aus Eltern- und Jugendberatung, dem Jugendamt aber auch Streetwork und dem Jugendmigrationsdienst zurückgreifen.“

„Auch wenn die ersten Schüler nun wieder da und wir hier gefordert sind, dürfen wir die weiterhin Zuhause-Bleibenden nicht vergessen“, ist dem Diakonie-Mitarbeiter abschließend wichtig. Die Sechst- und Siebtklässler kommen ja voraussichtlich erst nach den Pfingstferien wieder, sie waren dann drei Monate zu Hause. Eingehende Nachrichten auf dem Smartphone des Sozialpädagogen wie „Wann darf ich denn endlich wieder in die Schule?“ sind daher keine Seltenheit.

„Grüße aus Deiner Stephani-Schule“ bekamen die Schüler der Deutsch-Klasse nun überreicht. Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger und Daniela Russer, die im Jugendmigrationsdienst Gunzenhausen tätig ist, waren unterwegs, um die Jungen und Mädchen aufzusuchen. Die beiden hatten Pakete mit Schul-Material dabei.  „Nicht jeder verfügt zu Hause über die Möglichkeit, auf das Internet zu zugreifen oder nötige Blätter auszudrucken“, machen die Fachkräfte deutlich. In dem Paket waren neben verschiedenen Arbeitsblättern auch Briefe von Lehrkräften und Kontaktmöglichkeiten zu den Ansprechpersonen. Zudem erhielten die Schüler ein kleines Gewinnspiel, das sie ausgefüllt und mit dem richtigen Lösungswort in die gelbe Abgabe-Tonne an der Schule einwerfen können. Als Lohn wird ein kleines Süßigkeiten-Paket verlost.

Auslieferung von Unterrichtsmaterial

Den Diakonie-Mitarbeitern war es wichtig, die Schüler in Zeiten der Ausgangsbeschränkung auch wieder persönlich zu sehen. Die Haustür-Besuche fanden natürlich mit Gesichtsmasken und dem nötigen Abstand statt. Die meisten der Schüler freuten sich sichtlich über den überraschenden Besuch – so mancher öffnete gar im Schlafanzug die Türe. Viele schilderten den Sozialpädagogen, dass sie eigentlich vor allem zu Hause sind und lediglich für Spaziergänge nach draußen gehen. „Ganz viele erzählten uns, dass sie sich deshalb wieder richtig auf die Schule freuen – vor allem darauf, Klassenkameraden und Freunde wiederzusehen“, wissen die Sozialpädagogen zu berichten.

Die übrigen Schüler im sogenannten "Homeschooling" (Lernen zuhause) erhalten ihr Unterrichtsmaterial größenteils über die schuleigene Cloud-Lösung, teilweise aber auch per E-Mail.

Am Montag, den 9. März 2020, fand in den Räumen der Stadtbibliothek Weißenburg der Vorlesewettbewerb der 6. Klassen der Mittelschulen (auf Kreisebene) statt. Es traten die jeweiligen Vorlese-Sieger/innen der 6. Klassen aus dem Landkreis Weißenburg Gunzenhausen an. Die Stephani-Mittelschule wurde schließlich mehr als erfolgreich von Florian Fritsch und dessen Präsentationsteam (Teodora M., Khayala A.) repräsentiert.

Zunächst wurden die Vorlese-Sieger, deren Mitschüler/innen, Lehrkräfte, Erziehungsberechtigte und die vierköpfige Jury herzlichst von Frau Dipl.-Bibl. Paprotny und ihrem Team der Stadtbibliothek begrüßt.

In der ersten Runde stellten die fünf angetretenen Schulen zunächst den Inhalt des jeweiligen Buches vor. Hierzu führten die Präsentationsteams nacheinander einen kurzen Sketch auf, erläuterten ein gestaltetes Plakat oder spielten eine Szene aus dem Buch nach. Jedes Team überzeugte auf seine Weise mit großem Einfallsreichtum und überragendem Engagement. Unmittelbar im Anschluss las jede/r Vorlesesieger/in knapp drei Minuten einen Ausschnitt aus dem Buch ihrer/seiner Wahl vor. Hierbei kam es auf die Lesetechnik, die leserliche Interpretation und die Textstellenauswahl an.

Während einer kurzen Verschnaufpause wurden die Anwesenden von Seiten der Organisatoren bestens verpflegt.

Gestärkt ging es in die nächste Runde des Wettbewerbs. In einem zweiten Durchlauf las jede/r Teilnehmer/in einen Fremdtext vor. Die Wahl fiel hierbei auf den Atlas Obscura, ein durchaus anspruchsvolles wie auch interessantes Schriftwerk.

Am Ende entschied sich die Jury – bestehend aus einer Erzieherin, einer Auszubildenden der Bibliothek, der Inhaberin der Buchhandlung Stoll sowie einem ehem. Mittelschullehrer – für einen Sieger des Vorlesewettbewerbs:

Florian Fritsch aus der Klasse 6b konnte mit seinen Lesefähig- und Fertigkeiten überzeugen. Frau Paprotny überreichte dem sichtlich stolzen Gewinner den Siegerpokal, eine Urkunde und einen Gutschein für einen Tag im Weißenburger Stadtwald samt Planwagenfahrt und Begleitung durch einen Förster. Aber auch die Leistungen der Zweit- und Drittplatzierten wurden entsprechend gewürdigt.

Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle auch an Frau Eggmayer und Frau Nahrstedt vom offenen Ganztag der Stephani-Mittelschule, die Florian und sein Präsentationsteam über Wochen bei den Vorbereitungen tatkräftig unterstützt haben.

Martina Hausladen, Klassenleiterin der 6b
Ina Weihrauch, Klassenleiterin der 5c

Gut 400 Schüler aus Gunzenhausen und Umgebung erfuhren einiges über die Schattenseiten des Rauchens: In den Räumen der Streetwork-Anlaufstelle der Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen hatte die Wanderausstellung „krass – Was Du über Rauchen vielleicht noch nicht wusstest“ ihren Platz gefunden und brachte den jungen Menschen einiges an Hintergrundwissen über Zigaretten sowie Shishas näher. Streetworkerin Joana Sämann und Svenja Memet, Präventionsfachkraft der Suchtberatung, zeichneten sich für die Initiierung des Präventionsangebotes verantwortlich, bei der Durchführung erhielten sie Unterstützung von zahlreichen Kollegen der Jugendhilfe.

„In Deutschland greifen viele Jugendliche schon vor dem 15. Geburtstag das erste Mal zur Zigarette“, schildert Svenja Memet die Hintergründe des Projektes. „Rund zwei Drittel der Rauchenden zwischen 12 und 25 Jahren möchten eigentlich damit aufhören.“ Grund genug, dass sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Joana Sämann das Thema aufgriff und die von der Stadt Nürnberg vertriebene Ausstellung „krass“ nach Gunzenhausen ins Postgässchen holte. „Wir wollten den Jugendlichen Infos über die Wirkungen von Tabak an die Hand geben“, ergänzt Sämann. „Dann können sie sich mit dem Hintergrundwissen besser selbst entscheiden – und greifen vielleicht erst gar nicht zur Zigarette.“ Je früher geraucht wird, desto gravierender sind schließlich die Folgen.

Die beiden Sozialpädagoginnen konnten schließlich zwischen dem 4. und dem 14. Februar 2020 Teilnehmer aus der Stephani-Mittelschule Gunzenhausen, Mittelschule Gräfensteinberg-Haundorf, Wirtschaftsschule Gunzenhausen, Altmühlfanken-Schule Weißenburg-Gunzenhausen, Jugendwerkstatt Langenaltheim sowie vom Simon-Marius-Gymansium Gunzenhausen im „Streetwork“ willkommen heißen. Die geführten Ausstellungen wurden jeweils von drei Fachkräften angeleitet. „Die Kleingruppen ermöglichten ein Eingehen auf individuelle Fragen und boten einen geschützten Rahmen für einen offenen Austausch“, berichten Sämann und Memet.

An der ersten Station stand die Auseinandersetzung mit den Inhaltsstoffen der Glimmstängel an. Wer weiß schon, dass diese über 4000 chemische Stoffe enthalten, von denen 200 gesundheitsschädlich und letztlich 70 krebserregend sind? Plastisch wurde den jungen Menschen vor Augen geführt, dass sich die Inhaltsstoffe eigentlich in Putzmitteln, Motorölen oder Nagellackentfernern wiederfinden. Bilder einer durch langjähriges Rauchen geschwärzten Lunge machten mögliche Auswirkungen deutlich. Ausführlich thematisiert wurde, welche Beweggründe es gibt, dass doch weiterhin so viele Menschen mit dem Rauchen beginnen. „Cool sein und dazu gehören“, benannten die Jugendlichen hier. Zudem wurde auf eine typische Raucher-Karriere eingegangen. Darauf aufbauend setzten sich die Teenager damit auseinander, welche Möglichkeiten es gibt, wieder mit dem Rauchen aufzuhören: „Die Schlusspunkt-Methode hat sich als am effektivsten erwiesen“, untermauert Sämann.

An der nächsten Station, die mit verschiedenen Plakaten die Aufmerksamkeit auf sich lenkt, wurde die Geschichte des Tabaks aufgezeigt. Ein Kreuzworträtsel animierte die Schüler sich mit den Inhalten auseinanderzusetzen und den Fragen nachzugehen, was Rauchen mit Kinderarbeit zu tun hat oder warum Rauchen den Tropenwald zerstört. Eindrücklich zeigte eine praktische Übung, wie sich Rauchen auf die Funktion der Lunge auswirken kann: Beim Lungenvolumentest wird eine Kerze in einem Meter Entfernung aufgestellt. Es gilt, diese nun auszupusten. Schafft man dies nicht, deutet es darauf hin, dass die Lunge zu wenig Volumen hat – ein möglicher Hinweis auf zu viel Rauchen.

Besonders beliebt ist bei jungen Menschen derzeit das Rauchen von Shishas. Fast jeder fünfte Schüler hat hier schon Erfahrungen gemacht.  Mit dem Phänomen der Wasserpfeifen setzte sich deshalb die letzte Station auseinander. Zuvörderst wurde auf die geltenden Jugendschutzregeln eingegangen, schließlich ist der Konsum von Tabakwaren unter 18 Jahren eigentlich verboten. Dennoch finden viele junge Menschen Mittel und Wege, um zur Zigarette greifen oder Shisha rauchen zu können. Anhand einer Shisha wurde deren Funktionsweise erklärt und auf die möglichen gesundheitlichen Auswirkungen eingegangen. Auch die den Tabak ersetzenden Liquide und Steine sind hinsichtlich ihrer Wirkungen alles andere als unbedenklich.

„Die vielfältigen Nachfragen während der Durchführungen machten deutlich, wie groß das Interesse an dem Thema ist“, fassen die Initiatoren abschließend zusammen. „Oft herrscht beim Rauchen ein gefährliches Halbwissen vor, das durch die Ausstellung erfolgreich angegangen werden konnte“. Der Dank der beiden gilt ihren Kollegen aus der Jugendhilfe, deren Unterstützung das Präventions-angebot erst möglich machte: Silvia Loy, Janette Bauer und Veronika Schmidtpeter (Jugendsozialarbeit an der Grundschule Gunzenhausen und Weißenburg sowie der Altmühlfranken-Schule), Thomas Pfaffinger (Jugendsozialarbeit an der Stephani-Mittelschule), Florian Jungwirth (Jugendzentrum Gunzenhausen), Lisa Knorr (Schulsozialpädagogik), Bettina Grundmann (Berufseinstiegsbegleitung), Annika Buckel (Praktikantin), Kerstin Eberle (Jugendwerkstatt Langenaltheim), Stephanie Gögglere und Patricia Wöbken (Eltern- und Jugendberatung) sowie Helga Guth (Kinder- und Jugendhilfe Bezzelhaus) führten die Klassen erfolgreich durch die „krass“-Ausstellung.

Es ist Samstag-Vormittag. Zwanzig Jugendliche sitzen zusammen und beschäftigen sich in Workshops mit Pornografie, brutaler Sprache und Schönheitsidealen. Nachmittags geht es auf eine Teamchallenge, hier beweisen die Teenager, wie gut sie zusammen arbeiten können. Die Teenager kommen aus Weißenburg und Gunzenhausen und sind dort an ihren Schulen – der Stephani-Mittelschule sowie der Altmühlfranken-Schule – als Streitschlichter tätig. Einmal im Jahr geht es für die Gruppe auf ein mehrtägiges Seminar-Wochenende, das unter Leitung der Jugendsozialarbeiter Veronika Schmidtpeter (Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen) und Thomas Pfaffinger (Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen) stattfindet. Unterstützend brachten sich heuer Studentin Daniela Russer sowie Schulbegleiterin Doris Lechner mit ein. Finanziell möglich wurde die Bildungsmaßnahme durch Zuwendungen der Sankt Gumbertus-Stiftung Ansbach sowie der Fördervereine der beiden Schulen.

Streitschlichter 2020 a

Die drei Tage im Evangelischen Bildungs- und Tagungszentrum stehen dieses Mal unter dem Thema „Grenzenlose Freiheit?!“. Am ersten Tag nähern sich die Jugendlichen dem doch abstrakten Begriff „Freiheit“ in einer Kleingruppenarbeit an: Was ist für mich Freiheit? Wodurch bzw. durch wen wird diese eingeschränkt? Anhand verschiedener Rollenspiele sind die Jungen und Mädchen dazu aufgefordert, die Erkenntnisse ihren Streitschlichter-Kollegen aufzuzeigen. „Uns ist es wichtig, mit den Schülern über eigene Erfahrungen und Erlebnisse ins Gespräch zu kommen. Freiheit verknüpft ein jeder mit anderen Gefühlen“, macht Veronika Schmidtpeter deutlich. Die Situationen sind deshalb an den Lebenswelten der jungen Menschen angelehnt. „Dadurch können sich diese rasch damit identifizieren.“ Anhand der erlebnispädagogischen Aktion „Katastrophen-Spiel“ erfahren die Teilnehmer schließlich, wie es sich anfühlt, in der persönlichen Freiheit eingeschränkt zu sein.

Damit die Gruppe im Lauf der Tage zusammenwachsen kann, stehen viele Elemente zur Förderung des „Wir-Gefühls“ auf dem Programm, unter anderem gibt es das „Buddy-System“: Jedem wird eine Person der Gruppe zugeordnet, um den es sich gilt, über das gesamte Wochenende in besonderer Form zu kümmern. Die vollbrachten guten Taten kann ein jeder in einer extra angefertigten „Karma-Karte“ festhalten. Möglichst viel gutes Karma – also positive Ausstrahlung – soll gesammelt werden. All dies schlägt sich tatsächlich in einer besonders tollen, von Wertschätzung und Respekt geprägten Stimmung nieder. Gemeinschaftsstiftende Aktionen wie Kegeln, Angebote  in der Turnhalle oder Brett- und Kartenspiele  fördern das soziale Miteinander weiter. „Alle Smartphones sind tagsüber weg gesperrt“, schildert Thomas Pfaffinger. Anfangs murren doch einige der Schüler, im Verlauf des Seminars fallen dann aber Sätze wie „Ich will mein Handy gar nicht zurück, ich will lieber nochmal in die Halle zum Fußball spielen“.

Streitschlichter 2020 b

Besonders nachhaltig gestalten sich schließlich die Workshops am Samstag-Vormittag. „Die Themen „Pornografie“, „Schönheitsideale“ und „Brutale Sprache“ kommen direkt aus dem Alltag der Jugendlichen. Damit sind diese nahezu jeden Tag konfrontiert“, machen Pfaffinger und Schmidtpeter deutlich. Doch in diesen Bereichen werden auch schnell die Grenzen von Freiheit deutlich. Songtexte aus teils frauenverachtenden und sexistischen Rap-Songs werden analysiert, soziale Medien wie Instagram oder Snapchat kritisch hinsichtlich der dort veröffentlichten Bilder unter die Lupe genommen und offene Gespräche über Pornos geführt. „Den ersten Kontakt mit Pornos im Internet machen Kinder häufig schon im Grundschulalter“, weiß Schmidtpeter.

Der Samstagnachmittag steht schließlich ganz im Zeichen des Teamworks: Bei einer Teamchallenge stellen sich die Heranwachsenden verschiedenen Aufgaben, beweisen ihre Geschicklichkeit in einem Niedrigseilgarten und sollen als Herausforderung eine Bretterwand überwinden. Dies ist für alle besonders eindrucksvoll, die Aufgabe gelingt tatsächlich nur mit vereinten Kräften. Am Ende der doch auch fordernden Aktionen sind die Teenager sichtlich stolz. „Ebensolche Erfolgserlebnisse tun enorm gut“, freuen sich Schmidtpeter und Pfaffinger, die beide bereits seit zehn Jahren an ihren Schulen tätig sind.

Seinen Abschluss findet das Seminar-Wochenende am Sonntag. Die Ergebnisse aus den Workshops werden anhand von Plakaten nochmals aufgezeigt und zusammengefasst. Zudem bringen die Teilnehmer das Erarbeitete in Bezug zu ihrer Tätigkeit als Konfliktlotsen.  Bei der abschließenden Reflexionsrunde fassen die Jungen und Mädchen zusammen, was für sie für sich aus den vergangenen Tagen mitnehmen: „Gemeinschaft“, „Spaß“, „Freunde“ und „Zusammenhalt“ sind die Worte, die hier am häufigsten fallen.